Warnowbrücke
Visualisierung: ing.nitschke@online.de
Rostock wächst zusammen
Direkt am Stadthafen und neben dem neuen Archäologischen Landesmuseum entsteht die Warnowbrücke. Über eine Länge von knapp 550 m erstreckt sich das Bauwerk über die Unterwarnow und verbindet künftig das Stadtzentrum mit dem nördlichen Stadtteil Gehlsdorf. Das neue Wahrzeichen des Rostocker Stadthafens wird sich dank des anspruchsvollen Brückendesigns stimmig in die Stadtsilhouette einfügen und vom Wasser einen eindrucksvollen Blick auf Rostock bieten.
Ein Bauwerk, das verbindet und bewegt
Nach dem gelungenen Brückenschlag wird die Warnowbrücke weit mehr sein als eine neue Querung über die Warnow: Sie bringt die Menschen in Rostock zusammen und verbindet künftig Stadtteile, Grünflächen, Wohn- und Arbeitsorte sowie Erholungsräume mit sozialen, kulturellen und Bildungsstandorten. Damit erfüllt sie auf besondere Weise die Idee der „Stadt der kurzen Wege“ – einer Stadt, in der alles nah, erreichbar und miteinander vernetzt ist. Gleichzeitig ist die Brücke ein zentraler Baustein für die Mobilitätswende. Sie verbessert den Zugang zu wichtigen Orten der Stadt, stärkt den nichtmotorisierten Verkehr (NIMV) und schafft neue Wege für nachhaltige Fortbewegung. Als Impulsgeberin für angrenzende Stadtentwicklungen trägt sie entscheidend zu einer klimaneutralen, zukunftsorientierten Stadt bei und wird so zum Symbol für ein modernes, lebenswertes Rostock.
Neuer Knotenpunkt im internationalen Radwegenetz
Die Warnowbrücke wird als Geh- und Radweg ein bedeutender Bestandteil der touristischen Radfernroute Berlin–Kopenhagen sowie des EuroVelo 7 / D-Route 11. Ihre Einbindung in das überregionale und internationale Wegenetz verleiht Rostock und seinem Umland eine neue touristische Strahlkraft.
Fakten im Überblick
| Nutzung | Mobilität (Geh- und Radwege) |
| Technische Daten | Stahlbrücke mit Betonfahrbahn, Zügelgurt-Tragwerk im Hauptfeld und Klappmechanismus mit Hydraulikantrieb |
| Gesamtstützweite bzw. Länge der Brücke | 541,16m |
| Breite der Brücke | 6,00 m |
| Breite der Klappbrücke | 24,74m |
| Durchfahrtsbreite Klappbrücke | 14,50m |
| Masthöhe | 23,00m |
| voraussichtliche Bauzeit | 2026 bis 2028 |
| Projektsteuerin und Auftraggeberin | Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) |
| Planung | ARGE Inros Lackner und sbp (schlaich bergermann partner) |
| Kosten | Gesamtkosten: 62,8 Mio. € (davon ca. 35,7 Mio. € Fördermittel des Bundesministerium für Verkehr) |
Ziele
- Herstellung einer direkten und barrierearmen Fuß- und Radwegverbindung über die Unterwarnow
- Verbindung der Innenstadt mit Gehlsdorf
- Baustein und verbindendes Element des Warnowrundweges
- Wegeführung zu Leuchtturmprojekten wie Volkstheater, Stadthafen, Plaza und Archäologisches Landesmuseum
Flexibel im Einsatz für Großsegler und Hanse Sail
Der Bereich der zukünftigen Warnowbrücke ist ein beliebtes Revier für Wassersportler. Besonders zur traditionellen Großveranstaltung „Hanse Sail“ füllt sich die Unterwarnow mit zahlreichen Großseglern, die im Stadthafen festmachen. Damit der Schiffsverkehr auch künftig reibungslos fließen kann, wurde die Brücke so konzipiert, dass sie sowohl kleinen als auch großen Wasserfahrzeugen gerecht wird: Kleinere Boote können den festen Teil der Brücke problemlos unterqueren. Für größere Schiffe sorgt ein bewegliches Brückenteil direkt an der Kaikante des Stadthafens – ausgestattet mit einem Klappmechanismus – für eine sichere und flexible Durchfahrt.
Finanzierung der Brücke
Die Gesamtkosten der Warnowbrücke belaufen sich auf etwa 62,8 Mio. €. Davon werden zur Zeit ca. 35,7 Mio. € der notwendigen Finanzmittel durch das Bundesministerium für Verkehr bereitgestellt. Die Kosten umfassen folgende wesentliche Bau- und Planungsleistungen zu den Teilprojekten: Brückenbauwerk, Wartestellen, Leitwerke, Vorlandbrücke Stadthafen, südliche Verkehrsanlagen Stadthafen, nördliche Verkehrsanlagen Fährberg und die Steganlage des Rostocker Yachtclubs.
Projektumfang
Für den Bau der neuen Warnowbrücke sind mehrere vorbereitende und ergänzende Maßnahmen erforderlich, die wesentlich für die Herstellung und Nutzbarkeit des Bauwerks sind.
Visualisierung: Planorama mit Ergänzungen RGS
Die vorbereitenden Maßnahmen bilden die Grundlage für den eigentlichen Brückenbau. Dazu zählen insbesondere die Kampfmittelsondierungen (2) im Bereich des Rostocker Stadthafens und der Uferzonen der Warnow sowie die Errichtung einer neuen Stellplatzanlage (3) für die Kleingartenanlage Fährhufe. Für die Realisierung des Gesamtbauwerks sind darüber hinaus weitere bauliche Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören:
- die Verkehrsanlagen am Fährberg (4) auf der Gehlsdorfer Seite, welche die Brücke in das bestehende Verkehrsnetz integrieren,
- die Vorlandbrücke (5), die den Übergang vom Wasser zur Infrastruktur des Stadthafens schafft,
- sowie die Verkehrsanlagen am Stadthafen (6) auf der Innenstadtseite, die eine nahtlose Anbindung gewährleisten.
Diese Elemente sind essenziell für die vollständige Funktionalität und Einbindung der Brücke in das städtische Verkehrs- und Wegenetz. Weiterhin wird im Rahmen des neuen Brückenbauwerks ebenfalls die Steganlage des Rostocker Yachtclubs e. V. (ROYC) (7) neu angelegt.




